Die Gedenktage im November

  • Lisa Inhoffen

Der November ist der Monat im Jahr, in dem sich die Gedanken und Erinnerungen der Menschen besonders um die Lieben drehen, die nicht mehr unter ihnen weilen. Vor allem an Allerheiligen und Allerseelen, am Volkstrauertag und dem Totensonntag oder Ewigkeitssonntag, wie wir ihn als evangelische Kirche auch bezeichnen, erinnern wir uns an unsere Verstorbenen. Wir besuchen ihre Gräber, schmücken sie mit besonders gestalteten Gestecken und stellen Grablichter als Symbol für die Gegenwart Gottes auf, die gleichzeitig an den Menschen, auf dessen Grab sie leuchten, erinnern sollen. Sie kennen sicher das schöne Bild, wenn am Abend von Allerheiligen der Endenicher Friedhof von Kerzenschein hell erleuchtet ist.

Allerheiligen ist in NRW und anderen katholisch geprägten Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag und ein Hochfest im römisch-katholischen Kirchenjahr. An diesem Tag gedenkt die katholische Kirche der Heiligen. Seit dem 9. Jahrhundert feiern katholische Christen diesen Tag am 1. November. Er gehört wie Karfreitag und Totensonntag zu den sogenannten stillen Feiertagen. Anders als etwa in Bayern, wo der stille Feiertag bereits ab Mitternacht beginnt, gilt er in Nordrhein-Westfalen erst ab fünf Uhr morgens.

Bis 18 Uhr sind dann unter anderem gewerbliche Ausstellungen, Märkte, sportliche und ähnliche Veranstaltungen, musikalische und sonstige unterhaltende Darbietungen jeder Art in Gaststätten und in Nebenräumen mit Schankbetrieb einschließlich Tanz verboten. Auch müssen die Geschäfte geschlossen bleiben. Öffnen dürfen lediglich Bäckereien und Blumenläden.

Der Gedenktag der Katholiken für ihre Verstorbenen ist eigentlich Allerseelen am Folgetag. Weil Allerseelen in Deutschland zwar ein kirchlicher, aber kein gesetzlicher Feiertag ist und viele Menschen ja wieder zur Arbeit gehen müssen, besuchen sie die Gräber eben an Allerheiligen – oftmals verbunden mit Familienbesuch und gemeinsamen Essen.

Am Toten- oder Ewigkeitssonntag gedenken traditionell evangelische Christen ihrer Verstorbenen. Offiziell wurde der Totensonntag durch König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 1816 für die evangelische Kirche in den preußischen Gebieten eingeführt und auf den Sonntag vor dem 1. Advent zum „allgemeinen Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen“ gelegt. Auch an dem Tag gilt bis 18 Uhr ein Verbot von öffentlichen Musik- und Tanzveranstaltungen. Traditionell laden wir in unserer Gemeinde ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter am Abend zu einem gemeinsamen Essen ein.