Gedenken am Volkstrauertag

  • Dr. Beate Raabe

Wer den Innenhof des Trinitatis-Gemeindezentrums durchquert, begegnet in der Skulptur „Bomben zu Glocken“ dem Zweiten Weltkrieg. Der Künstler Arnold Kremer hat aus Blindgängern, die in Köln gefunden wurden, diese Skulptur als Mahnmal geschaffen, um an das Grauen des Krieges zu erinnern und sich für eine friedvolle Welt einzusetzen. Der Innenhof des Trinitatis-Gemeindezentrums erwies sich als geeigneter Aufstellungs- und Erinnerungsort.

Das Mahnmal fand dort 1995 neben dem Glockenturm seinen Platz, genau 50 Jahre nach Kriegsende. Seither begibt sich die Gemeinde zum Abschluss des Gottesdienstes am Volkstrauertag 14 Tage vor dem 1. Advent in den Innenhof. Dort werden die Fürbitten verlesen und dazu die Mahnglocken geschlagen. Eine sichtbare und tönende Erinnerung an die grausamen Zerstörungen durch Krieg und Gewalt.

Die Weimarer Republik führte den staatlichen Gedenktag 1922 ein – angeregt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.´Zunächst war es ein staatlicher Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs, später im Nationalsozialismus wurde er zum „Heldengedenktag“. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland gab es 1950 zum Volkstrauertag erstmals eine Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages. Bis in die 1980er Jahre galt das Gedenken vor allem den gefallenen deutschen Soldaten.

Dann rückten auch die Opfer des Nationalsozialismus in den Mittelpunkt. Heute wird allgemein der Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terror gedacht und auch auf aktuelle Entwicklungen Bezug genommen. Bomben zu Glocken – im Gottesdienst am 19. November 2023 ertönt wieder diese noch immer aktuelle Mahnung.