Was die Dunkelheit vertreibt

  • Niels Wey

Im Herbst und Winter wird es früher dunkel und später hell. Ganz praktisch betreffen diese längeren Zeiten der Dunkelheit uns alle: Viele stehen im Dunkeln auf, um ihr Tagwerk zu beginnen, und die Sonne verschwindet schon wieder, wenn man noch schwer aktiv ist. Nicht selten drückt die Dunkelheit die Stimmung. Wir haben in einzelnen Gruppen unserer Gemeinde gefragt: Was vertreibt für euch die Dunkelheit? Welche Tipps könnt ihr geben, um die gute Stimmung nicht zu verlieren?

Von den KiGo-Kindern gepflanzte Blumen im Innenhof des Gemeindezentrums Foto: N. Wey

Jugendliche der Konfi-Gruppe

Die Konfis des neuen Jahrgangs sind sich uneinig, was helfen kann. Für einige reicht es, wenn man morgens kalt duscht. Denn das würde die Müdigkeit und die schlechte Laune vertreiben. Andere sehen die Lösung, wenn schon im Badezimmer, dann doch eher in einem heißen Bad. Einigkeit kommt in der Gruppe allerdings auf, wenn es um Freundschaften und Kontakte geht: „Dunkelheit und schlechte Stimmung werden eindeutig am besten vertrieben, wenn wir uns treffen und den Nachmittag miteinander verbringen“, fasst eine Konfirmandin zusammen. Ob man dabei Spiele spielt oder einfach redet, ist dann wieder Geschmackssache.

Kinder im Kindergottesdienst

Die Kinder aus dem KiGo empfehlen fast einstimmig, man solle Musik hören. Außerdem helfe es, zu lachen, zu spielen und Kakao zu trinken. Ein Mädchen sagt: „Vielleicht ist man ja traurig im Winter. Dann hilft es, wenn man kuscheln kann.“ Die Kinder finden, dass Malen und Basteln eine gute Ablenkung darstellen. Außerdem würden die Gemälde und Handarbeiten bei allen Leuten ein Lächeln hervorbringen. Ein Junge resümiert: „Und wenn die alle lächeln, muss das ja helfen gegen schlechte Stimmung.“

Stimmen im Freitagschor

Der Freitagschor reagiert nachdenklich auf die Anfrage. Viele sind sich einig: Es hilft so manches. Singen kann helfen, aber auch schöne Bücher zu lesen. Die Augen eine Weile zuzumachen oder mit Handarbeiten die Zeit zu vertreiben. Wer strickt oder webt, kann die Dunkelheit nicht nur vertreiben, er produziert auch etwas, das sich als Geschenk gut eignet. Große Zustimmung findet in der Gruppe auch der Vorschlag, sich mit Freunden zu treffen und ausführlich spazieren zu gehen. Eine Dame schlägt gar vor, einfach mal spontan bei Freunden zu klingeln und hereinzuschneien, wenn es passt. Wem das nicht reicht, der mag sich dem Tipp einer anderen Sängerin anschließen: „Einfach mal Tanzen tut so gut!“

Seniorenkreis

Die Frage danach, was gegen die Dunkelheit hilft, stößt auch bei den Teilnehmenden des Seniorenkreises auf geteiltes Echo. Man spürt, dass die Erfahrung vieler Wintermonate zusammenkommt. Während eine Dame aus dem Bauch heraus ruft: „Mein Hund hilft ungemein!“, sind andere etwas bedachter in der Formulierung. Einhellig wird allerdings klar: Am meisten hilft es, wenn man in Gesellschaft ist. Ein Nachmittag mit Kaffee und Kuchen bei netten Leuten ist wie eine Kur in diesen Zeiten. Eine Dame wird sehr konkret: „Ich habe mir vor ein paar Jahren neue Lampen einbauen lassen. Das hilft sehr, denn jetzt kann ich besser lesen und sehe wieder viel mehr. Und auch der Stimmung tut das gut.“

Presbyterium

Die Presbyterinnen und Presbyter setzen neben all diesen wunderbaren Tipps noch einen anderen Impuls: „Wenn man eine Aufgabe hat, die erfüllt und Sinn stiftet, dann geht die dunkle Jahreszeit schneller vorbei“, weiß eine Presbyterin zu sagen. Auch die großen Gemeindefeste wie Weihnachten und der Jahreswechsel helfen, die Zeit zu verkürzen.