Marc Dimmig | Juni 2018
Die Ruhe des Bildes täuscht. Sie ist nur der Kristallisationspunkt reichhaltiger Vorgänge des Gestaltens und Betrachtens. Marc Dimmigs Bilder führen den Blick über das Wasser zu unerwarteten Horizonten, andere in eine Gebirgspoesie.
In den Bildern mit landschaftlichen Merkmalen ist eine Balance zwischen Außen und Innen gefunden: Sowohl der Charakter des Wässrigen oder Gesteinshaften kann darin erlebt werden als auch eine verinnerlichte Sicht auf die Natur. Die thematische Orientierung ist breit angelegt, jedoch korrespondieren selbst ungegenständliche Bilder durch die Sprache der Farbe mit figürlichen Wasserträgerinnen.
Sehen und Sinnen, ästhetische Wirksamkeit und offene Sinnbildlichkeit laden den sommerlich gestimmten Blick zu einem Kunstgenuss in die Trinitatiskirche ein.
Sarah Inhoffen | re:paint | April 2018
Sarah Inhoffen (*1981 in Bonn) studierte Bildende Kunst in Wuppertal, Köln und Potsdam. 2008 machte sie ihren Abschluss bei Prof. Maike Aissen-Crewett. In ihren Arbeiten geht es um die intuitive und sinnliche Kombination von Farbfeldern und Linien auf einem meistens hellen Untergrund. Die Künstlerin arbeitet überwiegend in mehreren Schichten, wobei alte, bestehende Strukturen gebrochen werden, aber auch die neue Kombination beeinflussen. Durch das Experimentieren mit verschiedenen Malmitteln und dem Zulassen des Zufalls entstehen die Ausgangspunkte für ihre Malerei. Daraus lässt Sarah Inhoffen leichte, durchscheinende Kompositionen entstehen, die wie Ausschnitte eines größeren Bildes wirken. Für ihre Malerei lässt sie sich auch durch die aufmerksame Beobachtung scheinbar alltäglicher Begebenheiten inspirieren – etwa von Kinderzeichnungen. Sarah Inhoffen lebt und arbeitet als Malerin und Kunstlehrerin in Berlin. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Anja Neimöck | Heilende Kräfte in sinnlosem Tun | Januar 2018
Er_ich.eS zeigt Objekte aus durchsichtigem Glasbruch.
Transparenz und Ambivalenz sind Themenschwerpunkte seiner Arbeiten – nachvollziehbar, scheinbar, ausgeliefert sein, durchschaubar, aber nicht fassbar, hart und zerbrechlich, schützend und entblößend.
Anja Neimöck ergründet in ihren zeichnerischen Arbeiten den faszinierenden und vielschichtigen Lebensraum Wasser. Das anfängliche Konzept verselbständigt sich im Prozess, intuitiv wird auf das jeweils Entstandene neu reagiert. Es erwächst eine eigene Welt.

Tor Michael Sönksen | Malen ist Sprechen ohne Worte | November 2017
Tor Michael Sönksen lebt als freischaffender Künstler in Troisdorf. Bekannt wurde er durch seine sogenannten „T-Gesichter“. Dabei reduziert er in seinen Bildern die Gesichter der Figuren auf die Augen- und Nasenpartie und stellt diesen Bereich als einfaches „T“ dar.
Vor über 30 Jahren gründete er die Sommerkunstschule, aus der später die Kreativ-Werkstatt Troisdorf hervorging. Hier arbeitet er heute noch als künstlerischer Leiter und Dozent. Ebenso engagiert ist Sönksen im sozialen Bereich. Er entwickelt künstlerische Aktionen für unterschiedliche Gruppen, wie z.B. die Blauhelme von Rupert Neudeck, die Aids-Hilfe oder für „Asyl rettet“.
Marietheres Hessel | Zwischenräume | September 2017
Die abstrakten Farbkompositionen der Malerin bieten ein spannungsreiches Wechselspiel von Linien und Flächen im Bildraum. Dem Betrachter ermöglichen sie Seherlebnisse, die das alltägliche, feststellende und festlegende Sehen aufbrechen und bereichern. Assoziationen stellen sich ein, die Farben sprechen, ohne ihre Geheimnisse preiszugeben. Wie musikalische Töne schweben sie mal leicht, mal gravitätisch dahin, folgen einer übergeordneten Harmonie. Dabei wird der schweifende Blick stets auch auf Lücken gelenkt, die eine Durchsicht in tiefer liegende Schichten ermöglichen.

Edgar Guzmanruiz | Algebra II | April 2017

Ausstellung im Rahmen des Kunstprojekts BILDERSTURM in der Trinitatiskirche mit einem Werk des kolumbianischen Architekten und Künstler Edgar Guzmanruiz.
Bruno Obermann | Bilder aus zwei Jahrzehnten | Januar 2017
Bei Bruno Obermann taucht nach einem langen Abstraktionsprozess in den neuesten, vorwiegend großformatigen Malereien plötzlich wieder der Mensch auf. Eingebettet in ein gewachsenes Lebensumfeld arrangiert er sich mit exogenen, oft unbeeinflussbaren und rudimentären Bedingungen seiner Umwelt.
Auch wenn es sich um städte- oder landschaftsorientierte Darstellungen handelt, es wird deutlich, dass der Mensch den Elementen ausgesetzt ist und die Zivilisationsspirale eine Eigendynamik entwickelt hat, die nicht mehr aufzuhalten ist. Die Idylle ist nur vordergründig und in der Zivilisationskrise des Weltensystems zeigen sich menschliche Gefühle.
“Ich möchte keine Geschichten mit meinen Bildern erzählen. Vielmehr möchte ich eine atmosphärische Stimmung mit meiner Kunst schaffen, die es erst ermöglicht, Geschichten entstehen zu lassen.”
Bruno Obermann, Jahrgang 1956, lebt und arbeitet in Netphen bei Siegen.

