Annette von Dewitz | Blaues Kreuz | Mai – Juli 2020
Es schwebt im Raum und zieht die Blicke an sich. Ein blaues Kreuz, leicht und präsent. Die Bad Godesberger Künstlerin Annette von Dewitz hat für die Endenicher Trinitatiskirche angefertigt. Die aus Erfurt stammende Künstlerin findet das vorhandene, silberne Kreuz an der großen Wand aus Backsteinen so ansprechend, dass sie es in seiner Bedeutung noch verstärken wollte. „Ich habe einmal im Dom von Florenz etwas Großartiges miterlebt“, erzählt sie. In einer Messe gab es plötzlich einen lauten Knall, da sei aus dem Altar heraus eine Taube aus Porzellan gekommen, die „flog“ an einem Draht durch die ganze Kirche, durch das Hauptportal hindurch und fiel vor der dort stehenden Menge auf den Platz, wo sie in 1000 Stücke zerbrach. „Alle jubelten, es war ein großes Event.“ So dramatisch geht es jetzt nicht zu in der Trinitatiskirche. Aber „die Botschaft des Kreuzes soll näherkommen, sichtbar Raum einnehmen“, erläutert von Dewitz, Tochter eines Bildhauers, ihr Anliegen. „Ich mag die Gegensätze: das Leichte, das das Schwere in sich trägt“. So arbeite sie vorzugsweise „leichtgewichtig“, mit gefundenen Materialien, Kunststoffen und Draht. Das Kreuz besteht aus blauem, recycelten Kunststoff, der für Weidezäune genutzt wird.

Bernd Gaspers, Carola Willbrand und Stefanie Manhillen | TANGENTIALE | Oktober 2020
Die Ausstellung zeigt im Rahmen von BTHVN 2020 in der Trinitatiskirche drei künstlerische Positionen von Bernd Gaspers, von Carola Willbrand und von Stefanie Manhillen zusammen mit Michael Rohde, die den Kirchenraum und dessen Besucher*innen einbeziehen.
Der Bildhauer Bernd Gaspers hatte für seine Installation aus verspannten Seilen im Vorfeld mehrere Treffen mit Migrant*innen, die in Endenich leben. Deren Mitwirken und Vorstellungen sind nun Bestandteil der Arbeit. Als Vorbereitung für die Ausstellungseröffnung am Sonntag findet samstags ein Performanceabend statt.
Die TANGENTIALE – eine Ausstellungsreihe an neun Orten – ist der zweite Teil des umfangreichen Projekts „Die Kunst? Was ich ohne sie wäre?“, das als zeitgenössische Hommage an Ludwig van Beethoven vom Künstlerforum Bonn durchgeführt wird.

Schülerinnen und Schüler der Abiturjahrgangs 2020 des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums Bonn | Schöpfung und Mensch | März 2020
Ausgangspunkt für zahlreiche Bildserien der Schülerinnen und Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums war einer der schönsten Texte, der jemals geschrieben worden ist: die Schöpfungsgeschichte aus Gen1. Die intensive Auseinandersetzung mit diesem poetisch wertvollen Mythos ermöglichte den Schülerinnen und Schülern eine serielle Verbildlichung der langsamen Dramatik des Textes. Dabei konnten individuelle bildhafte Deutungen der wortgewaltigen Sprache sowie Schwerpunkte im textlichen Nachvollzug vorgenommen werden. Alle entstandenen Bilder sind mit Hilfe verschiedener Zufallstechniken in Anlehnung an Max Ernst entstanden.
Am Ende der Schöpfungsgeschichte steht der Mensch. Was es bedeutet, Mensch zu sein, dieser Frage sind die Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs nachgegangen. Das führte zu einer tiefen Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich, seinen Facetten und emotionalen Nuancen. Entstanden sind an Picassos kubistischer Formsprache orientierte großformatige Selbstporträts mit ambivalenten Emotionsbereichen, die die Zerrissenheit und Zerbrechlichkeit des Menschen zeigen, wie es das christlich-jüdischen Menschenbild z.B. in Psalm 139 widerspiegelt.

Manfred Weil | Zum 100. Geburtstag des in Köln geborenen jüdischen Künstlers | Chuzpe, Mut und Lebensfreude | Malerei, Zeichnungen und Grafiken | September 2019
Manfred Weil flüchtete zusammen mit seinem Bruder nach Belgien, als er 18 Jahre alt war. Eine kurze Zeit konnte er in Antwerpen an der ‚Königlichen Akademie der Schönen Künste‘ studieren, wurde aber bei Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Belgien als „feindlicher Ausländer“ nach Südfrankreich, später dort in das KZ Gurs deportiert. Von dort gelang ihm die Flucht. Auf abenteuerlichen Wegen gelangte er über Aufenthaltsorte in Deutschland und Belgien im Januar 1943 in die Schweiz, wo er interniert wurde. 1945 kehrte er nach Deutschland zurück. Von 1946 bis 1951 studierte Weil an den Kölner Werkschulen Wandmalerei bei Prof. Gerster. Nach Beendigung des Studiums war er als freischaffender Maler und Grafiker tätig, außerdem von 1968 bis 1987 Dozent für Malerei und Zeichnen bei der Volkshochschule Bonn und von 1987 bis 1989 bei der VHS Meckenheim, Rheinbach. Ab 1951 gehörte er der Künstlergruppe Bonn an. 1995 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Arbeiten von Manfred Weil befinden sich im privaten und öffentlichen Besitz, u.a. im Kunstmuseum Bonn, im Rheinischen Landesmuseum Bonn und in der Synagogengemeinde Bonn. 1971 heiratete er Alisa Weil, geb. Levin.

Ula Hirsch | Malerei und Lyrik „AUS DEM LEBEN“ | September – Oktober 2019
Wolfgang Erb | Wechsel Wirkungen | Februar 2019
Die Werke von Wolfgang Erb aus Offenbach strahlen eine besonders auf Farben und der Malgestik beruhende Sinnlichkeit aus und zielen darauf ab, den Betrachter in seine eigene Fantasiewelt mitzunehmen.

