Von den vielen Menschen, die aktiv dabei sind oder mit Interesse verfolgen, wie sich die Evangelische Kirche in Bonn neu sortiert, äußern manche schon mal Befürchtungen.
Was wird aus den bestehenden Gemeinden, wenn sie organisatorisch Teil eines größeren Ganzen werden? Wenn nicht mehr 12 Presbyterien für die Leitung zuständig sind, sondern nur noch vier? Wenn die Zahl der Pfarrpersonen bis zum Jahr 2030 deutlich zusammenschrumpft? Wenn die
Aussicht auf weniger Finanzmittel fragen lässt, wo Einsparungen ansetzen können.
In die berechtigten Fragen mischen sich Ängste, dass ein negativer Sog entstehen wird: Weniger Pfarrpersonen können nicht das bisherige Pensum erfüllen, sollen Kirche aber attraktiv, innovativ und substantiell repräsentieren. Weniger Geld reicht nicht aus, um alle Gebäude zu unterhalten – was bedeutet das für die bisher gut genutzten Gemeindehäuser und Kirchen?
Zu meinen Wunschträumen gehört, dass in den nötigen Überlegungen, wie die evangelische Kirche in Bonn unter neuen Rahmenbedingungen
gestaltet werden kann, ihr innerer Kern in die Waagschale geworfen wirft, nicht allein Daten von Haushaltsmitteln, Statistiken und Prognosen. So wichtig das Kirchensteueraufkommen ist und so bedeutsam Drittmittel, Gebäude und das Engagement aller Haupt-, Neben- und Ehrenamtlichen sind, so wenig hängt davon allein die Zukunft der Kirche ab.
Die Bibel als Quelle und Richtschnur enthält Motivation und Ermutigung auf ganz anderer Basis. Daran erinnert das anstehende Pfingstfest. Und selbst wenn kein Sturm der Zuversicht entfacht wird, ist doch auch im Seufzen über die große Aufgabe Gottes Geist präsent, wie Paulus lehrt.
Wo die Nacht leuchtet, wie dieser Gemeindebrief überschrieben ist, da zieht es Menschen hin. Wo Licht im Dunkel aufscheint, kann Angst überwunden werden. Jesus ermutigt uns, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. Dieses Potential ist in den Gemeinden vorhanden.
Dass es zur Geltung kommt, ist mein Wunschtraum.
