Im März haben wir Frauen so „unsere Tage“. Sie erinnern mich daran, dass gleiche Rechte für alle Menschen nicht vom Himmel fallen, sondern in geschwisterlicher Solidarität national und international erstritten werden müssen.
Immer am ersten Freitag im März wird der Weltgebetstag der Frauen begangen. Die Idee dieser internationalen Basisbewegung von Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen ist „Informiert beten – betend handeln“. Folglich laden Frauen weltweit an diesem Tag ein, sich im gemeinsamen Gottesdienst und bei Infoveranstaltungen für Gerechtigkeit, Frieden und die Rechte von Frauen und Mädchen einzusetzen. Der Weltgebetstag zeigt, wie stark der Zusammenhalt unter Frauen sein kann. Er fordert Solidarität, stärkt die Stimme derjenigen, die oft überhört werden, und ruft zu globalem Engagement auf.
Zu Engagement ruft auch der Internationaler Frauentag auf, der jährlich am 8. März gefeiert wird und in diesem Jahr unter dem Motto steht: „Für ALLE Frauen und Mädchen: Rechte. Gleichheit. Ermächtigung.“ Es ist ein Tag, der weltweit die Errungenschaften von Frauen feiert und gleichzeitig auf die noch bestehenden Ungleichheiten hinweist. Und da dürfen wir uns auch in Deutschland nicht entspannt zurücklehnen.
Denn immer noch sind Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft unterrepräsentiert. Und auch der Frauenanteil im Bundestag liegt aktuell bei nur knapp 35 Prozent. Ein Wert, der nicht dem Anspruch einer modernen Demokratie gerecht wird. Außerdem verdienen Frauen im Durchschnitt immer noch weniger als Männer, tragen dafür aber einen Großteil der unbezahlten Care-Arbeit.
Auf diese letzten beiden Missstände machen zwei weitere (nicht nur Frauen!) Tage in diesen Wochen aufmerksam: der “Equal Care Day” (immer am 29. Februar bzw. 1. März) und der „Equal Pay Day“ (auch in diesem Jahr wieder am 7. März).
Die Botschaften aller dieser Tage sind auch für die Bundestagswahl relevant. Es geht nicht nur darum, wer regiert, sondern auch, welche Themen auf die Agenda kommen – von familienfreundlicher Politik bis zur Stärkung von Frauenrechten hier bei uns und weltweit. Eine gute Gelegenheit, dies mit meiner Stimme bei der anstehenden Bundestagswahl zu berücksichtigen.
Pfarrerin Jutta Tzschiesche
