Synode fasst weitreichende Beschlüsse
Die Landessynode 2025, erstmals in Bonn abgehalten, setzte bedeutende Akzente für die Zukunft der Evangelischen Kirche im Rheinland. Ein zentrales Thema war der Umgang mit Rassismus. Durch Impulse von Sarah Vecera und Prof. Dr. Paul Mecheril wurde ein intensiver Dialog angestoßen, bei dem Synodale gemeinsam mit Jugendlichen über Rassismus diskutierten und Möglichkeiten reflektierten, wie die Kirche aktiv gegen Diskriminierung in der Gesellschaft und in der eigenen Institution vorgehen kann.
Ein weiterer wichtiger Beschluss betraf die Diskriminierung aufgrund geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung. Die Synode legte ein klares Bekenntnis zur Akzeptanz und Wertschätzung aller Menschen ab, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Identität. Zudem wurde ein Schuldbekenntnis verabschiedet, das die historische Verantwortung der Kirche für die Diskriminierung von LGBTIQ+-Personen anerkennt.
Die Weiterentwicklung der Kirchlichen Hochschule stand ebenfalls im Fokus. Bis 2027 soll sie zu einem „Theologischen Bildungscampus“ umgebaut werden, der praxisorientierte und zukunftsfähige Ausbildungsmöglichkeiten für Haupt- und Ehrenamtliche bietet. Die Synode beschloss auch, dass der „Master of Theological Studies“ fortgeführt werden soll, während das grundständige Theologiestudium eingestellt wird.
Ein zentrales Thema war auch die Finanzstrategie für den Haushaltskonsolidierungsprozess. Aufgrund eines strukturellen Defizits sollen bis 2030 die Ausgaben um 33 Millionen Euro verringert werden. Die Synode beschloss, den Wechsel von öffentlich-rechtlichen zu privatrechtlichen Arbeitsverhältnissen vorzubereiten, um bürokratische Hürden abzubauen und die finanziellen Belastungen zu reduzieren. Ab einem noch festzulegenden Zeitpunkt sollen keine Verbeamtungen mehr vorgenommen werden.
Ein weiteres Reformvorhaben ist die Förderung einer „Mixed Ecology Church“, die mehr Flexibilität in der Aufgabenverteilung ermöglicht. Gemeinden sollen die Möglichkeit erhalten, zentrale Aufgaben in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden zu entwickeln.
Mit diesen Beschlüssen zeigt die Synode den Weg für eine zukunftsfähige und inklusivere Kirche auf.
Pfr. i. P. Charlotte Fischer
