500 Jahre Evangelisches Gesangbuch

Liebe Leserinnen und Leser,

Beständigkeit im Wandel, diese Formel gilt für das evangelische Gesangbuch in besonderem Maße. In den 500 Jahren seiner Geschichte ist es alle 30 – 50 Jahre umfassend neu konzipiert worden, von den vielen regionalen und konfessionellen Varianten ganz zu schweigen. In den verschiedenen Gesangbuch-Archiven in Speyer, der Universität Mainz oder im Hildesheimer Michaeliskloster lagern Tausende verschiedene Exemplare. Angesichts solcher Fülle wundert es nicht, dass es auch immer wieder Versuche gab, einen „Kernbestand“ festzulegen, einen Kanon sozusagen…

Was sind die „Top 5“ (www.ekd.de/top5 ), „Top 10“ oder „Top 100“? Es ist aber gerade die Wandlungsfähigkeit, das Oszillieren zwischen Innovationsfreude und Traditionsbewahrung, die den Liederschatz für den Gemeindegesang lebendig hält. Gerade das Nebeneinander von Altem und Neuem macht seinen Reiz aus, das Ineinander gelegentlich auch fremd anmutender Texte und eingängiger Melodien – oder umgekehrt.

Im Blick auf das Jubiläumsjahr hat die Evangelische Kirche 2021 eine Kommission eingerichtet, die eine weitere Neubearbeitung des Evangelischen Gesangbuchs zur Aufgabe hat (vgl. www.ekd.de/evangelisches-gesangbuch-52340.htm ), ein Abschluss des Projekts ist aber erst in einigen Jahren zu erwarten; in meinen Augen kein Problem, denn dass einem Mangel abzuhelfen wäre, davon kann ja keine Rede sein.

Und so werfen wir in diesem Brief einen Blick auf dieses Grundbuch protestantischen Lebens, welchen persönlichen Wert es haben kann und wovon es historisch Zeugnis ablegt.

Vor allem aber laden wir dazu ein, sich diesen Schatz singend im Gottesdienst zu erschließen, ob an „Kantate“ (28.4.) oder jedem anderen Tag!

Eine sangesfreudige Lektüre wünscht Ihre Gemeindebriefredaktion

Ihre Gemeindebrief-Redaktion