Schulleiter Arndt Hilse zur Bedeutung des Schulgottesdienstes

Einmal im Monat besucht Arndt Hilse mit Schülerinnen und Schülern der Karl-Simrock-Schule am Burggraben den Schulgottesdienst. Mit dem Direktor der Endenicher Hauptschule sprach Lisa Inhoffen.

Schulgottesdienst steht an vielen Schulen gar nicht mehr auf dem Stundenplan. Warum gehen Sie mit Ihren Schülern in die Kirche?

Arndt Hilse: Als ich als Schulleiter hier in Endenich meinen Dienst antrat, gab es die Schulgottesdienste nicht mehr. Mir ist es aber ein wichtiges Anliegen, diesen Besuch zum Teil des Religionsunterricht zu machen. Viele Kinder kennen das nicht aus ihrem Alltag. Sie solle n auf diese Weise Kirche als einen Ort, als einen ganz besonderen Ort kennenlernen. Sie ist ein Ort, an dem man Hilfe bekommt, wenn man in Not ist. Wo man auch lernt, sich still und respektvoll zu verhalten. Und wo man vor allem Singen kann. Das lieben die Kinder sehr.

Wie organisieren Sie diese Besuche und wer geht mit?

Hilse: Alle Kinder, die Religionsunterricht haben und gerne mitkommen wollen. Da sind auch oft Kinder dabei, die nicht getauft sind. Manchmal kommen auch muslimische Kinder mit, weil sie unsere Art Gottesdienst zu feiern, kennenlernen wollen. Aber das ist eher selten. Wir gehen in aller Regel mit den Eingangsklassen 5 und 6 abwechselnd einmal im Monat in die Trinitatiskirche und in Sankt Maria Magdalena. Ich bin Pfarrer Uwe Grieser und von der katholischen Seite Pastoralreferentin Ruth Effertz sehr dankbar, dass sie uns die Schulgottesdienste regelmäßig ermöglichen. Beide gestalten ihn jedes Mal sehr schön. Die Kinder gehen sehr gerne in beide Kirchen.

Viele kennen aber vermutlich die Kirchenlieder nicht. Üben Sie sie vorher ein?

Hilse: Ja, ich gehe oft in den Religionsunterricht und übe mit den Kindern die erste Viertelstunde die Lieder ein. Sie lieben das Singen. Sie haben als Dankeschön für beide Gemeinden auch schon eigene Lieder eingeübt und sie dann im Schulgottesdienst vorgetragen, wie zum Beispiel ein afrikanisches Kinderlied. Im Gottesdienst spiele ich dazu den jeweiligen Flügel. So benötigen wir keinen Organisten. Ich könnte aber auch  Orgel spielen, ich habe in meiner Jugend in meiner Heimatgemeinde schon mal den Organisten vertreten.

Sie haben auch viele muslimisch Kinder an ihrer Schule, was machen sie in der Zeit?

Hilse: Sie haben parallel islamischen Religionsunterricht. Ich bin froh, dass ich an meiner Schule gleich drei Lehrkräfte habe, die dafür die Lehrbefähigung haben.