Taufe mit noch mehr Freiraum

Die Taufe ist in der evangelischen Kirche neben dem Abendmahl ein Sakrament.

Die Bedeutung ist in der evangelischen und katholischen Kirche gleich: Bei der Taufe wird der Täufling in die christliche Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen. Deshalb sollten nach unserem Verständnis Taufen, auch die von Erwachsenen, in aller Regel im Rahmen eines Gottesdienstes eingebettet sein.

Nach der neuen Lebensordnung, die die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland Mitte Januar beschlossen hat und die ab 1. März in Kraft tritt, sollen in unserer Kirche auch bei dieser kirchlichen Amtshandlung (Kasualien) weniger Regeln und mehr Freiheit gelten.

So können künftig auch Eltern oder Erziehungsberechtigte ihre Kinder taufen lassen, wenn sie selbst keiner Kirche angehören. Bisher musste wenigstens ein Elternteil einer christlichen Kirche angehören oder das Presbyterium einen zustimmenden Beschluss fassen. Allerdings schreibt auch die neue Lebensordnung vor, dass die christliche Erziehung gewährleistet sein muss. Das können in diesem Fall die Paten der Täuflinge übernehmen. Auch dazu gibt es eine Änderung:

So ist künftig die Voraussetzung für das Patenamt nicht mehr die Konfirmation. Es reicht aus, wenn die Patin oder der Pate Mitglied einer christlichen Kirche ist (es kann jetzt auch eine andere als die evangelische sein) sowie die Religionsmündigkeit besitzt – also mindestens 14 Jahre alt ist. Offiziell endet die Patenschaft mit der Konfirmation des Täuflings.

Auch für die Feier der Taufe gibt es weniger Vorgaben. Sie kann – ohne vorherigen Beschluss des Presbyteriums – auch an anderen Orten als der Kirche stattfinden. Einzige Regel ist, dass der Gottesdienst öffentlich sein soll.

Übrigens: Die Taufe ist nach christlichem Verständnis einmalig und unwiderruflich. Das bedeutet, dass die Taufe auch nach einem Konfessionswechsel.