Taufe: Was ist das eigentlich?

Viele wissen, dass Taufe etwas mit Wasser und Babys zu tun hat. Aber was ist damit theologisch verbunden? Die Taufe zählt, zusammen mit dem Abendmahl, zu den Sakramenten. Sie geht auf mehrere Erzählungen in der Bibel zurück, zum Beispiel auf die, in der Johannes der Täufer Jesus tauft.

Johannes forderte von den Menschen Umkehr und Buße (Mk 1,4). Er taufte, um Menschen von ihren Sünden reinzuwaschen. Jesus ließ sich von Johannes taufen und forderte die Menschen immer wieder zur Umkehr auf. In der Apostelgeschichte wird erzählt, dass die Apostel Menschen „auf den Namen Jesu Christi“ tauften und dass die Taufe mit dem Kommen des Heiligen Geistes verbunden war (Apg 2,38).

Dass die Taufe Menschen zu Gottes Kindern macht, steht bei Paulus (Gal 3,26–29). Für Paulus wird jeder, der sich taufen lässt, zu einem anderen Menschen, denn die Taufe verbindet Menschen mit Jesus Christus und dadurch mit Gott selbst.

Das Wasser der Taufe steht für das neue Leben, das Gott dem Menschen in der Taufe schenkt. Jeder Person, die getauft wird, wird zugesprochen: Du gehörst zu Christus und Christus gehört zu dir.

Der Reformator Martin Luther prägte das drastische Wort, in der Taufe werde täglich unser alter Adam ersäuft. Luther meint damit, dass ein Mensch zwar nur einmal in seinem Leben getauft wird, dass sich aber das, worauf die Taufe hinweist, täglich wiederholt. Mit dem alten Adam bezeichnete Luther zerstörerische Kräfte, die den Menschen in die Enge treiben, ihm den Lebensmut und die Orientierung rauben.

Viele Theologen sehen heute in Luthers altem Adam die Sünde. Man könnte also pointiert sagen: Mit der Taufe binden wir uns an Gott und widersprechen so all dem, was uns von Gott trennt. Das funktioniert dann auch anders herum: Gott schließt seinen Bund mit dem Menschen und bindet sich an ihn.