Päpstliches Schreiben zum Klima 

Mai 2017: Der amerikanische Präsident Donald Trump wird von Papst Franziskus im Vatikan mit einer aussagekräftigen Lasershow auf der Kuppel des Petersdoms empfangen – die anschließenden Gespräche verliefen trotz frühlingshafter Umgebung in eher frostiger Atmosphäre. Grund für die Dissonanzen war keinesfalls eine Kritik des Papstes an Trumps Regierungsstil, sondern seine scharfe Kritik am fehlenden Willen der USA und anderer Staaten, die Klimakrise ernst zu nehmen.

Schon in seiner ersten Sozial- und Umweltenzyklika „Laudato Si“ hatte Franziskus die Klimakrise zum Thema gemacht und Christen wie Nichtchristen zu schnellem und wirkungsvollem Handeln ermahnt. Jetzt hat er nachgelegt: In seinem neuen apostolischen Schreiben „Laudate Deum“ (veröffentlicht am 4. Oktober 2023) konzentriert sich Franziskus auf die Umweltproblematik und wirft den politisch Handelnden gravierende Versäumnisse vor.

In einem sehr klaren Tonfall wendet sich der Papst gegen das Kleinreden der Klimakrise, die er in „Laudate Deum“ einmal mehr als vom Menschen verursacht bezeichnet.

Bestimmte „abschätzige und wenig vernünftige Meinungen“ finde er diesbezüglich selbst bei katholischen Gläubigen, und das sei mit ein Grund für sein neuerliches Schreiben.

Das päpstliche Schreiben erläutert detailliert die wissenschaftlich belegten Fakten der voranschreitenden Klimakrise, genauso wie auch die politischen Prozesse im Rahmen der Klimakonferenzen und deren Beschlüsse. Wer sich vertiefend mit dem Thema beschäftigen möchte: Ich habe selten eine so gute Einführung in die Klimaproblematik und die politischen Versuche zur Bewältigung der Krise gelesen!

Bedauerlicherweise, so der Papst, interessiere das „die großen Wirtschaftsmächte“ kaum, sie achteten auf „den höchstmöglichen Profit zu den geringstmöglichen Kosten und in der kürzest möglichen Zeit“. Und hier schließt Franziskus eine fundamentale Kritik an der kapitalistischen Wohlstandsgesellschaft an, der er eine „perverse Logik“ unterstellt:

„Es gibt falsche Vorstellungen von der so genannten „Leistungsgesellschaft“, die zu einer „verdienten“ menschlichen Macht geworden ist, der sich alles unterordnen muss, zu einer Herrschaft derer, die unter besseren Entwicklungsbedingungen geboren wurden. Es ist eine Sache, eine gesunde Einstellung zum Wert der Anstrengung, zur Entwicklung der eigenen Fähigkeiten und zu einem lobenswerten Initiativgeist zu haben, wenn aber keine wirkliche Chancengleichheit angestrebt wird, wird dies leicht zu einer Projektionsfläche, die die Privilegien einiger weniger mit größerer Macht weiter festigt.“

Franziskus hat sich hier wieder einmal von seinem Namenspatron Franz von Assisi inspirieren lassen: Die Natur ist kein Gegenüber des Menschen, sondern der Mensch lebt in ihr und durch sie, und als Teil der Schöpfung Gottes ist sie zu achten und zu bewahren.

 

Save the date: LIEBE DEINE SCHÖPFUNG

Papst Franziskus und die Klimakatastrophe – Lesung und Gespräch im Gemeindehaus

Brahmsstraße Di., 16. Januar, 19 Uhr

 

Der Wikipedia-Beitrag über „Laudate Deum“ enthält einen Link zur deutschen Übersetzung.