SÜDWIND ist ein gemeinnütziger Verein, der 1991 in Siegburg gegründet wurde und Träger des Instituts für Ökonomie und Ökumene ist. SÜDWIND hat knapp 600 Mitglieder, davon über 100 Institutionen wie Kirchenkreise und Kirchengemeinden. Unter dem Motto „Für eine gerechte Weltwirtschaft“ engagiert sich SÜDWIND für die Vision einer wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Gerechtigkeit weltweit.
Durch die Verabschiedung einer Reihe von europäischen Lieferkettengesetzen in den letzten Jahren, darunter das deutsche Lieferkettengesetz, und die für 2024 geplante Verabschiedung eines ehrgeizigeren europäischen Gesetzes, wird für die internationale Produktion und den Handel ein notwendiger Paradigmenwechsel eingeläutet: Unternehmen sind dadurch in der Pflicht, ihrer menschenrechtlichen Verantwortung in der Lieferkette nachzukommen, bis hin zu den Produzent*innen im globalen Süden.
SÜDWIND gehört zu den zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen, die sich aktiv für die Entstehung und Verabschiedung dieser Gesetze auf deutscher und europäischer Ebene eingesetzt haben und weiterhin engagieren. Gleichzeitig arbeitet der Verein vor Ort zusammen mit den Menschen, die am Anfang dieser Lieferkette stehen und unterstützt diese dabei, ihre Rechte zu stärken. So arbeitet SÜDWIND eng mit den Gewerkschaften im ecuadorianischen und kolumbianischen Bananensektor zusammen. Die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter*innen in den Bananenplantagen in diesen beiden Ländern, aus denen Deutschland einen Großteil seiner Bananen bezieht, sind aus menschenrechtlicher Sicht katastrophal. Für sie bieten Gesetze wie ein Lieferkettengesetz eine Chance.
In der Tat ist seit Inkrafttreten des deutschen Lieferkettengesetzes bei den Unternehmen einiges in Bewegung geraten. Zum einen holen die Unternehmen nun Informationen über die Menschenrechtslage in ihren Zulieferbetrieben ein und setzen sich mit den neuen Verpflichtungen auseinander. Zum anderen bemühen sie sich aber jetzt schon, diese Verpflichtungen auf ein Minimum zu reduzieren und hierbei beispielsweise kritische Berichte von Gewerkschaften eher zu ignorieren und außen vor zu lassen.
SÜDWIND nimmt dabei die Rolle ein, die Gewerkschaften zu unterstützen, Damit sie in den Verhandlungen mit den – auch deutschen – Unternehmen gestärkt auftreten und die Rechte der Bananenarbeiter*innen einfordern können. Wir sind der Überzeugung, dass die Beteiligung starker Gewerkschaften für die Durchsetzung globaler Gerechtigkeit unerlässlich ist. Daher wird SÜDWIND seinen Partner*innen auf diesem Weg auch in Zukunft zur Seite stehen.
Um die Arbeit in dem Bereich erfolgreich fortzusetzen, sind Spenden für SÜDWIND sehr willkommen!
Pablo Campos
