Zusammen mit ihrer Großmutter Dagmar Reemtsma hat die Klimaaktivistin Luisa Neubauer 2022 Gegen die Ohnmacht veröffentlicht. Das Buch zeichnet die Biographien zweier engagierter Frauen aus verschiedenen Generationen und zeigt, was beide zum Widerstand inspiriert.
Zunächst stellt Neubauer fest, dass bei vielen der Glaube an eine bessere Zukunft immer mehr der Ohnmacht angesichts der sich überschlagenden Krisen gewichen sei. Doch wie kann es angesichts düsterer Zukunftsszenarien gelingen, nicht der Ohnmacht zu verfallen?
Für Neubauer sind es nicht die großen Erlebnisse, die ein Erkennen hervorrufen und zum Handeln einladen. Es sind die kleinen Augenblicke im Alltag, in denen wir innehalten und uns berühren lassen. In denen ein Funke wie bei einer Wunderkerze überspringt und aus innerer Berührtheit Entschlossenheit wachsen kann. Es gehe beim Erkennen darum, die Welt in uns wahrzunehmen und uns zuzuhören. Sie betont an anderer Stelle: „Hoffnung ist das, was wir aus genau diesem Augenblick machen, der einzige Moment, für den wir die vollständige Verantwortung tragen.“
Neubauer ist wie Reemtsma überzeugt, dass trotz der Misserfolge einzelner Aktionen jedes Handeln dazu beitragen könne, gesellschaftliches Bewusstsein zu verändern. So wie jede soziale Bewegung auf Vorgänger aufbaue und Nachfolger inspiriere. Nur mit dem Unterschied, dass uns beim Klima nicht mehr viel Zeit bleibe.
Dass ihre Stimme gehört wird, belegt der an Neubauer verliehene Predigtpreis 2023. Laut Jury habe Luisa Neubauer mit ihren öffentlichen Reden das Bewusstsein von der Aufgabe der Bewahrung der Schöpfung maßgeblich mitgeprägt.
Gegen die Ohnmacht: Luisa Neubauer spricht davon, wie aus innerer Berührtheit Entschlossenheit wachsen kann.
