Am 23.09.2025 wurde Pfarrer Uwe Grieser im Gottesdienst von Superintendenten Dietmar Pistorius in den Ruhestand entlassen.
Im Gemeindebrief von Otkober 2025 richtet er sich mit diesem Brief an die Gemeinde:
Nur Mut, liebe Gemeinde!
Was war das gestern für ein beglückender Tag!
Ich sitze am Schreibtisch, um diese Zeilen für den Gemeindebrief zu schreiben, und schwebe innerlich weiter auf Wolke Sieben.
So ein schöner Festgottesdienst! So eine feierliche Entpflichtung aus dem Pfarrdienst und so eine herzliche Verabschiedung in den Ruhestand! So viele freundliche, wertschätzende und lobende Worte, die mir zugesprochen wurden, die ich in Briefen, Karten und Mails lese. So viele gute Wünsche für den neu beginnenden Lebensabschnitt. So eine Fülle an Präsenten, die mir überreicht wurden. So eine schöne Überraschung schon Anfang des Monats, als ich den September-Gemeindebrief in den Händen hielt und darüber staunte, was darin über mein Wirken in der Gemeinde und im Kirchenkreis geschrieben steht.
Meine Freude und meine Dankbarkeit sind groß, dass ich in Trinitatis Pfarrer sein konnte, in dieser engagierten Gemeinde mit besonderer Ausstrahlung, mitten in diesem liebenswerten Stadtteil mit seiner Kulturmeile und in dieser zur Freundschaft gewachsenen ökumenischen Nachbarschaft mit St. Maria Magdalena.
Mein Mitwirken in all den Jahren hat mich oft glücklich sein lassen. Weil ich erleben konnte, was für eine Vielfalt an Gaben in dieser Gemeinde dazu beitragen, sie mit Leben zu füllen. Hier weht ein Geist, der den Zusammenhalt stärkt, der die Vielfalt achtet und unserer Verantwortung Gestalt verleiht. Das hat mich von Beginn meines Dienstes an immer beeindruckt. Dieser Geist war für mich erlebbar im Presbyterium, in den Ausschüssen, in den Arbeitskreisen und Vorbereitungsgruppen, wenn es darum ging, unserem Leitbild gemäß „Salz der Erde und Licht der Welt zu sein“.
Diesen Geist habe ich wahrgenommen in sehr vielen Begegnungen anlässlich von Geburtstagsbesuchen, Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten, Jubiläen und Beerdigungen, bei denen ich Menschen kennenlernen und an ihren Biografien teil- haben durfte – und so auch an ihrem Glauben, ihrer Liebe, ihrer Hoffnung. Diesen Geist habe ich erfahren in gemeinsam gefeierten Gottesdiensten, nicht nur an besonderen Festtagen, sondern genauso am Freitagnachmittag im Kindergottesdienst. Ob mit der Kindertagesstätte oder im Seniorenheim, mit SchülerInnen oder Krabbelkindern, in ökumenischer Verbundenheit oder bei Konzerten – es gab viele intensive, geistvolle Momente. Ich bin allen ehren-, neben- und hauptamtlich Mitarbeitenden sehr dankbar für ihren Einsatz und für die vertrauensvolle Zusammenarbeit über all die Jahre.
Und ich bin voller Hoffnung, dass es mit Trini gut weitergehen wird, auch unter dem Dach der in zwei Jahren anstehenden Fusion, weil sich hier so viele Menschen mit Herz und Hand und Verstand einbringen.
„Nur Mut!“ – das Motto dieser Gemeindebriefausgabe von Oktober 2025 gilt auch für die Gestaltung der Zukunft unserer Kirche. Es wird bei allem, was es zu bewahren gilt, eine Herausforderung sein, dass nicht alles beim Alten bleiben kann. „Die Kirche muss sich kleiner setzen“ – das sagte Präses Dr. Thorsten Latzel, als die Kirchenleitung zu Besuch im Bonner Kirchenkreis war. Die Kirche muss aber nicht an Ausstrahlung verlieren, wenn sich ihr Erscheinungsbild ändert.
Zum Mut dazu wünsche ich der Gemeinde Gottes Segen, dass die Trinitatiskirche ein Ort bleibt, an dem Gottesdienste und Kirchenmusik, Konzerte, Kunst und Kultur die Besuchenden weiter ansprechen und berühren, dass die Trinitatis-Stiftung RAT&TAT ihre wichtige diakonische Arbeit und das erfolgreiche Fundraising fortsetzt, dass unsere Kita und das JAP, deren 50. Geburtstage wir letztes Jahr gefeiert haben, gut eingebettet bleiben in die Gemeinde, dass unser ökumenisches Profil erhalten bleibt und die ökumenische Geflüchteten-Hilfe und das Kirchenasyl weiter zu einer gelingenden Integration beitragen, dass der Grüne Hahn weiter für eine Grüne Kirche kräht und wir zu noch mehr Klimagerechtigkeit beitragen, dass über die Öffentlichkeitsarbeit auf verschiedenen Kanälen all das Gute, Schöne und Wichtige, das hier geschieht, weiter mit Überzeugung nach außen getragen wird, dass die Räume im Gemeindehaus weiter Platz für Vielfalt bieten: für Biblischen Tanz und Bibelgespräch, für Chorgesang und Orchesterproben, für Kulturnachmittage und Schachspiel am Abend, für Yoga und Gedächtnistraining, für den Lachtreff und für Krabbelgruppen, für Handarbeit und Blasmusik, für Arbeitskreise und Gymnastik, für Entspannung und Bewegung, für Veranstaltungen und Feste – und dass sich die vielen Aktivitäten weiter durch ein gutes Miteinander und durch die große Hilfsbereitschaft unseres Küsters erfolgreich koordinieren lassen.
Ich freue mich, als Pfarrer im Ruhestand in Gemeindeglied dieser wunderbaren Gemeinde zu sein – hin und wieder auch im Talar.
Ihr Uwe Grieser

Lieber Uwe,
viele schöne und prägende Erlebnisse bis hin zur Konvertierung in der Trini am 07.06.98. Kirchenkaffee, Openair GD im Siebengebirge und eine Ehre und Freude als ich das Pult mal reparieren durfte. Die Trinitatis ist schon eine besondere und lebendige Gemeinde.
Seit 2001 bin ich nun schon in Berlin und seid 2006 gibt es eine wunderbare Familie.
Alles erdenklich Gute für Deinen/Euren neuen Lebensabschnitt. Herzliche Grüße aus Berlin-Frohnau Herbert
Lieber Uwe Grieser,
Was, schon jetzt? NEIN!!! Hoffentlich bleiben Sie uns erhalten , wie auch immer, und was für Sie gut ist. Den Bußtags Gottesdienst 2024 mit den Texten und der Meditation werden uns im Gedächtnis bleiben, ein absoluter Volltreffer! Und dazu die Musik von Fanny Hensel und Felix . Allein schonmal dafür sehr herzlichen Dank, für uns sind Sie ein Stück geistige Heimat, für uns beide. Alles Gute für Sie, Gunhild Magaard aus den luthergemeinde – wir gehören ja sogar ganz offiziell zusammen, auf Wiedersehen!
Eine sehr gute Erfahrung und Begegnung! Vielen Dank!